Kurt und Karl

Kurt und Karl waren Arbeitskollegen seit Jahren. Sie gingen in der Früh in die Arbeit, waren tagsüber in der Arbeit, und gingen am Abend von der Arbeit heim. Auch privat lebten sie ähnlich. Kurt hatte ein Haus, Karl hatte ein Haus, Kurt hatte eine Frau, Karl hatte eine Frau, Kurt hatte zwei Kinder, Karl hatte zwei Kinder, Kurt hatte ein Auto, Karl hatte ein Auto.

Doch war Karl auf Kurt eifersüchtig, denn dafür, dass es dafür eigentlich keinen Grund gab, sollte Kurt büßen. Also machte sich Karl eines Tages auf, mit einer Kalaschnikov, einem Vorschlaghammer und ein paar Lunten Dynamit, um Kurts Leben zu zerstören: Er ermordete dessen Familie, sprengte sein Haus in die Luft, und demolierte ihm sogar das Auto – es war der Tag, an dem Karl zu spät in die Arbeit kam.

Kurt war danach am Ende, er hatte kein Haus mehr, er hatte keine Frau mehr, er hatte keine Kinder mehr, und sein Auto war ein Totalschaden, während Karl in der Arbeit saß, und lachte, Harr harr, harr, ho ho ho, hi hi hi. Aber Kurt sollte fürchterliche Rache nehmen…

Viele Jahre sind inzwischen vergangen, und Kurt geht es wieder gut. Kurt hat ein neues Haus gebaut, eine neue Frau geheiratet, neue Kinder, und ein neues Auto hat er auch. Er lebt glücklich, heiter und zufrieden bis in ein hohes Alter.

Karl hingegen verbringt jeden Tag seines Daseins in Schmerz und Verzweiflung, hat sein Haus versoffen, ist von seiner Frau geschieden, seine Kinder wollen ihn nicht mehr sehen, und sein Auto ist auch gepfändet. Denn Kurt hat ihm damals die elektrische Heftklammermaschine vom Schreibtisch genommen und im Lager mit voller Absicht ins falsche Regal gestellt, und Karl hat sie nie wieder gefunden.

Kurt weiß eben, was wichtig ist im Leben.