Dies ist leider keine Satire. Es ist bittere, tragikkomische Realität. Es ist die Wahrheit über:

Punks

Hin und wieder kann man sie sehen: Punks. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben sie bunte Haare, künstlich zerschlissene Gewandung, die Bierdose in der einen Hand, und die Hundeleine in der anderen. Das war vor zehn Jahren so, das ist jetzt so, es wird wohl auch in zehn weiteren Jahren so sein. Und weswegen?

Sie sind ein konservativer, reaktionärer, in ihren Traditionen erstickter Trachtenverein. Deswegen.

Und nein, das ist leider kein Scherz. Sie sind uniform. Sie sind ihren Traditionen verhaftet. Sie haben gewisse, tradierte und sonst nicht weiter begründbare – Regeln, durch deren Verstoß man sich außerhalb ihrer Szene stellt. Punk mit Glatze oder langen Haaren? Unvorstellbar.

Dass es sich bei „punk“ eigentlich nur um einen Moment in der Geschichte gehandelt hat, das wissen diese Leute nicht, und zwar wissen sie es nicht „nicht mehr“, sie haben es nie gewusst. Der Segen, den dieser Befreiungsschlag, diese heilsame Rülpser in den Eingeweiden der Kultur, hervorgerufen hat – sie sind seine Perversion. Punk war nie eine „Kultur“, es war ein zertrümmernder Schlag gegen die alte. Das, was wir gemeinhin unter „Punk-Kultur“ verstehen, waren die direkten Nachwirkungen dieses Trümmerschlags, das konsequente Nichtbeachten kultureller Normen, der den Weg zu vielem geebnet hat, das neu war und gut. Kein Metal ohne Punk, zum Beispiel.

Dass natürlich ein Befreiungsschlag schon rein logisch betrachtet nicht institutionalisierbar ist, ist etwas, das immer schon über den Horizont der selbsternannten Avantgarde und der Mitläufer hinausgegangen ist. Also haben wir ganze Regelwerke darüber, was jetzt genau Punkmusik ist, und wunderbar genormte Punks, die in ihrem Verhalten absolut berechenbar sind.

Es ist zum Schießen.