Es gibt Blumen in den Gärten des Paradieses.

Vor vielen vielen Jahren, da lebt ein Prophet, der das Wort von Hoffnung, Gerechtigkeit und Frieden verbreitet. So wunderbar ist sein Wirken, so segensreich sein Tun, dass die Macht, die alles erschaffen hat, eines Tages ihn entrückt ins Paradies. Was er da sieht, was er da erlebt, ist unbeschreiblich, und wieder auf Erden versucht er für den Rest seines Lebens niederzuschreiben was er die Gnade hatte erleben zu dürfen, auch wenn es über jeden Maßstab menschlichen Verständisses weit weit hinausgeht. Einer, der Sätze, die er schreibt im Bestreben, zu erklären, dass das Paradies ein Ort von Harmonie und Schönheit ist, ist:

Es gibt Blumen in den Gärten des Paradieses.

Nun gibt es unter den Anhängern der Religion, die auf das Wirken dieses wundervollen Menschen zurückgeht, welche, die Blumen lieben. Sie sagen: „Es gibt Blumen in den Gärten des Paradieses, das bedeutet, dass wir, die wir das Paradies auf Erden schaffen wollen, Blumen pflanzen sollen, die Erde soll ein Garten werden, in dem Blumen blühen, wie in den Gärten des Paradieses.“ Und sie machen sich auf, Blumen zu pflanzen, und die Welt mit Gärten, nein, mit Blumengärten zu überziehen.

Nun gibt es unter den Anhängern der Religion, die auf das Wirken dieses wundervollen Menschen zurückgeht, aber auch welche, denen Blumen egal sind. Sie sagen, dass es zwar Blumen in den Gärten des Paradieses gibt, aber der Prophet nichts davon gesagt hat, dass wir jetzt Blumen pflanzen sollen, ja, es steht nicht einmal in der Heiligen Schrift, dass Blumen überhaupt schön wären, und außerdem ist der Prophet selber ja nur ein Mensch gewesen, und wer weiß, was er damit gemeint haben könnte, und ob es überhaupt irgendeine Relevanz hätte, was er schreibt, und alles sei offen für jede Interpretation, und damit sei es falsch, diesem Satz Bedeutung beizumessen. Denn nur, weil der Prophet etwas geschrieben hat, heißt nicht, dass auch etwas dahinter ist.

Und es gibt es unter den Anhängern der Religion, die auf das Wirken dieses wundervollen Menschen zurückgeht, jene, die Blumen verabscheuen. Sie sagen: „Es gibt Blumen in den Gärten des Paradieses“, das steht in der Heiligen Schrift (gelobt sei ihr Name!) bedeutet, dass es nur in den Gärten des Paradieses Blumen gibt und geben darf. Und so machen sie sich auf, im Namen des Propheten (Ehre sei Ihm und gelobt sei sein Name!) alle Blumen auszuzupfen, sie abzuschneiden, auszugraben mitsamt der Wurzel, und sie als Werk des Bösen zu verbrennen. Womit sie natürlich mit den Blumen-Befürwortern in Konflikt geraten, den die Partei, die dem Satz in der Schrift keine Bedeutung beimisst, nach ihren Vorstellungen zu schlichten sucht.

Vor vielen vielen Jahren, da lebt ein Prophet, der das Wort von Hoffnung, Gerechtigkeit und Frieden verbreitet. Und als er eines Tages entrückt wird ins Paradies, und die unendliche Pracht sieht des Lebens, seine Schönheit und Vielfalt, und Blumen sieht, Blumen in den Gärten des Paradieses, da verinnerlicht er ihre Pracht und Schönheit als Ausdruck des Lebens, und schreibt in seine Schrift: Es gibt Blumen in den Gärten des Paradieses.

Das ist viele viele Jahre her.

Und in den Ruinen der Stadt, in der, vor Jahr und Tag, der Prophet einst wirkt, in der die Leichen derer, die sich gegenseitig vernichtet haben im Glaubenskrieg, längst zu Staub zerfallen sind, legt Sacharja der Weise eine Blume auf das Grab des Propheten. Denn dieses Grab ist alles, was von seiner Religion noch geblieben ist.